Winterlager 7.-13.2.2010 in Vorderkrimml, Pinzgau

 

 

16 Berglegionäre fanden sich heuer beim Winterlager im GH Pension Marienhof in Vorderkrimml ein, Lagerleiter Walter, dann machen wir einmal Ladies first, Annelies, Gabi, Moni, Barbara, Christine, Birgit, Stefanie, dann die Gentlemen Präfekt Cilly, Senior-Präfekt und professioneller Tourenplaner Diz, Rudl, Erwin, Florian, Xaver, Franz, Markus.

 

Da der Verfasser aufgrund einer wichtigen Klausur in den ersten beiden Tagen nicht dabei sein konnte, seien hier nur einige Fakten erwähnt, die ihm zu Ohren kamen. Das Wetter sei am Sonntag und vor allem am Montag brauchbar gewesen, der Schnee auch. Ein kurzes Stück Bruchharsch vom Ronachgeier (nicht nur ein Tier, das Aas frißt, sondern auch ein Berg) stört abfahrtserfahrene Berglegionäre nicht. Bei ein bis zwei „Brezn“ kann man sich gegenseitig wieder in den aufrechten Stand aufhelfen, vor allem wenn die Schi obenauf sind. Eine besondere Leistung, dies alles zu meistern, ist es aber von Xaver, der bei diesem Lager seine ersten Schitouren durchführt und sehr tapfer bis zu den Gipfeln steigt und alle Abfahrten meistert. Bei so manchem Aufstieg demonstriert er bereits vorbildlich die „Luis-Trenker-Gifelblick-Haltung“.

            Die Tourenausrüstung wird immer perfekter, inzwischen sieht man bei einigen schon Lawinenairbagrucksäcke, die aufgrund ihres Gewichtes vor allem zu Zwecken des Konditionstrainings mitgenommen werden. Eine weitere beliebte Anwendungsart ist es, sich zu nahe stehende Personen mittels Zündung dieses Ballonmechanismus fernzuhalten. Als Cilly beim Parkplatz zu nahe an Werner steht, betätigt dieser den Auslösehebel, und tatsächlich ist der Respektabstand rasch wieder hergestellt – Cilly liegt 2 Meter weiter weg im Schnee.

 

            Am Dienstag treffe ich pünktlich um 9:00 h ein, obwohl mich ein langer tschechischer LKW zum Gerlospaß hinauf behindert und ich den Marienhof nicht auf Anhieb finde und deshalb Walter anrufe – bin ich doch glatt daran vorbeigefahren und muß wieder 500 m zurück. Zudem hat mich eine sehr korrekte Pinzgauerin im Mauthäuschen am Gerlospaß ca. 1 Minute lang darüber aufgeklärt, daß ich zum Zurückfahren eine Gästekarte oder einen Schipaß benötige, und mich ungern, aber doch mit der Buchungsbestätigung durchfahren lassen. Bei schönem Wetter steigen wir auf den Ronachgeier 2236 m und wollen diesmal über die Ostseite abfahren. An der Waldgrenze rasten wir bei einem Jägerstand, in dem ich zwei von Jägern geleerte Bierflaschen finde. Offenbar benötigen sie auch im Pinzgau Zielwasser. Entsprechende Hangrutsche zeigen klar die Lawinengefahr in steileren und eingewehten Hängen an und erklären die hohe Zahl von Lawinenunfällen in den letzten Tagen. Mit angepaßter Zurückhaltung können wir diesen Gefahren sehr gut ausweichen. Alle kommen hocherfreut auf den Gipfel, nur Diz und Rudl sind eine andere Route über die Forststraße zur Alm gegangen und werden von Osten noch kommen. Tatsächlich verheißt die Abfahrt nach Osten schöne pulvrige und sichere Hänge, also hauen wir uns hinunter. Cilly nimmt das beim ersten Hang zu wörtlich und landet einen perfekten Salto, als ihn ein tückischer Stein ein bißchen einbremst. Infolge des zum Teil grundlosen tiefen Pulverschnees werden einige des öfteren bei dieser Abfahrt noch ähnlich eingebremst und zu Schneemännern, alles nur harmlose Umfaller. Hat man aber ein gewisses Tempo drauf, schwebt man herrlich hinunter, was die erfahrenen Leser unserer Tourenberichte bereits kennen. Ca. 450 m weiter unten treffen wir Rudl und Diz. Weil die Tour nur 800 Hm hatte und dies noch kein üppiges Abendessen rechtfertigt, kommen die Felle wieder auf die Schi und wir steigen mit den beiden aus reiner Nächstenliebe, nicht wegen der tollen Pulverhänge, ein zweites Mal auf den Gipfel. Beim Auffellen bemerkt Cilly dann einen ordentlichen Knick in einem seiner alten Schi und biegt ihn wieder gerade. Wird spannend, ob die Bruchstelle in der Nähe der Bindung hält - sie hält, auch noch am nächsten Tag. Besonders Franz ist nicht zu halten und rast in stetigem Rhythmus in 45 min die 450 m hinauf, zum Teil mit Spurarbeit ! Riesenleistung von Rudl, der, von der Last des Rucksacks befreit, auf den letzten drei Metern fast noch Diz überholen kann. Dafür gibt’s dann einen zweiten Abfahrtsgenuß. Franz hat die Nase voll von schönen Pulverabfahrten und verläßt uns zum Lehrbuchschreiben Richtung Salzburg. Ist sicher viel lässiger.

            Am Abend haben dann alle einen großen Hunger, der mit hervorragendem Hirschbraten gestillt wird. Zur Verdauung braucht es einen sehr guten Nußschnaps. Als Annelies auch noch das Stamperls ihres Gatten leert und gleich dreinschaut wie vorher, wundert sich dieser „Bist jetzt no nit bsoffn ?“. Die Tourenplanung mit Diz ist auf höchstem Niveau. Ein kleiner Computer mit Funkmaus und Internetanschluß ermöglicht Zugang zu detaillierten Karten, verschiedenen Wetterberichten, Lawinensituationsberichten, detaillierten Landschaftsansichten über Google Earth, Strassenzustandsberichten, freien Parkplätzen, Einkehrmöglichkeiten etc. Tourenführer und eine Menge ausgedruckter Karten sind eine Selbstverständlichkeit. Durch meine Anwesenheit kommt Rudl endlich zum Viererwatten, Ladinisch mit Unterguatem. Sein durch das Essen noch nicht gestillter Appetit auf Knödel kann ausreichend befriedigt werden (2 Stück), vor allem weil der einzige Nicht-Lizenzinhaber Flo so gute Karten hat und die Spiele zumeist ohne Hilfe seines Partners entscheidet.

 

            Am Mittwoch fahren wir über den Gerlospaß zur „Kühlen Rast“ und bewegen uns von dort Richtung Brandberger Joch zwischen Torhelm und Seespitze. Nur der arme Werner hat sich gestern Blasen an den Füßen aufgerieben und muß heute pausieren. Man munkelt, er habe am Vortag bei seinen Innenschuhen rechts und links verwechselt.

Am Gerlospaß sitzt wieder unsere korrekte Pinzgauerin im Mauthäuschen. Wir haben inzwischen eine Gästekarte und einige Kopien davon für alle Fahrzeuge. Jeder einzelne wird aufgeklärt, daß es mit einer Kopie der Gästekarte nicht gehe, man könne wohl mehrere Gästekarten ausstellen, mit einer Kopie könne jeder kommen etc. etc. Murrend läßt sie uns wieder durch. Vielleicht ginge es mit einer Unterschrift vom Bundespräsidenten einfacher.

Als er die Piepserkontrolle wie üblich durchführen will, sucht unser Obmann Cilly vergeblich in seinem Rucksack und allen Taschen nach diesem Gerät – im Quartier vergessen. Aber er hat einen Lawinenairbag und wir gehen ja kein Risiko ein, sodaß wir uns entschließen, ihn doch mitzunehmen. Über zwei Almen geht es in verheißungsvollem Pulver immer höher, zuletzt durch ein Tälchen, bis sich Gewölk verdichtet und die Gipfel in Nebel hüllt. In der letzten Mulde vor dem Joch ist daher Schluß, auch für zwei Kerle mit dicken Strähnen und viel Tätowierung, die beim demonstrativen Leiberlwechsel zur Geltung kommt. Sie sind sehr nett, und ihr Hund wälzt sich vor Freude ununterbrochen im Pulver-Schnee. Jawohl, weicher, herrlicher Pulver, und über einige 100 Höhenmeter hält sogar der Untergrund. Freudenschreiend wedeln alle hinunter, und Annelies hebt es vor lauter Schwung bei einer Bodenwelle aus. Nach einigen Manövern kann sie aus dem tiefen Pulver befreit werden, und weiter geht’s. Weiter unten machen Gabi und Walter den Fehler des Langsamfahrens und versinken in pulvrigen Löchern. Nach dieser lustigen Abfahrt gönnen wir uns Kakao und Capuccino in der Kühlen Rast.

Auf der Heimfahrt kaufen einige beim Spar noch schnell eine Jause ein. Moni zeigt mir kleine Kuhglöckchen, die an einem kleinen Anhänger befestigt sind. Wir stellen uns vor, daß wir in der Diskothek „Kuhstall“ im Pinzgau wohl die Chefs wären, würden wir uns diese ans Hosentürl hängen. Am Gerlospaß sitzt ein junger Pinzgauer im Mauthäuschen. Als wir ihm die Kopie der Gästekarte zeigen, sagt er lächelnd „Paßt schon“ und öffnet sofort den Schranken. Männer sind bekanntlich wesentlich unkomplizierter als Frauen.

Vor dem Abendessen hält uns Florian einen eineinhalbstündigen Vortrag mit Diskussion über seine Dissertation zum Einfluß des Klimawandels auf das Wegenetz in den Alpen. Es gibt eine Menge hochinteressanter Ergebnisse, z.B. die Veränderungen an Schartenübergängen bzw. an Wegverläufen, und einige Zukunftsszenarien. Das umfangreiche Werk ist bei Flo erhältlich. Nach wiederum hervorragendem Essen steht wie an jedem Tag Walters Musikvorführung am Programm. Er stellt uns diese Woche u.a. Werke von Debussy, Beethoven und Strawinski vor, und alle sind ihm für diese entspannenden Minuten dankbar. Dann wird es höchste Zeit für den nächsten Watter, Rudl blickt bereits nervös auf seine Uhr und fordert mit Walter Cilly und mich heraus. Zwei Generationen von Berglegionswattlizenzinhabern spielen gegeneinander, d.h. Weltklasseniveau ist garantiert. Das Kartenglück (und vielleicht auch der Spielwitz ?) ist heute auf Seiten der jüngeren Generation, und nach spätestens 30 Minuten kaut Rudl an seinem nächsten Knödel. Aufgeben gibt es nicht, Revanchegelüste kommen auf, und nach hartem Kampf in der nächsten Runde sind beide Seiten „gestrichen“ (für Nichtwatter: Gleichstand vor dem letzten entscheidenden Spiel einer Runde, etwa entsprechend einem Satzball für beide Seiten im Tennis). Cilly und mir gelingen zwei rasche Stiche, dann sticht Walter. Den vorletzten Stich überlasse ich als letzter an der Reihe gerne Walter – es steht also 2:2 nach Stichen, und alle 4 Schläge (Könige) sind schon draußen. Cillys Miene verfinstert sich, und Rudl läßt schon Sprüche los wie „Hamma iatz nigs mehr, was ?“. Als Walter dann mit dem Eichel Unter noch den höchsten verbliebenen Trumpf vorlegt, sehen sich die beiden schon im Watthimmel - doch wer zuletzt lacht, lacht am besten. Ich habe nämlich noch den Eichel Ober (in dem Fall der „Unterguate“) in der Hand und lege ihn langsam auf die anderen Karten. Die Stimmung dreht wiederum, ich werde fast erwürgt. Die beiden wagen noch eine nächste Runde, die rasch erledigt ist, und finden mit 3 Knödeln im Bauch einen ziemlich unruhigen Schlaf.

 

Dennoch sind am Donnerstag alle bereit für die nächste Tour über den langen Ostrücken auf den Wildkogel 2224 m, unser Obmann mit seinen neuen Schiern, die ihm Christine gestern abends von daheim mitgebracht hat. Das Wetter ist gar nicht so schlecht wie angesagt, teilweise kommt Sonne durch. Das Auto von Christine wird extra am Ende der Rodelbahn geparkt, um eine andere Route für die Abfahrt zu ermöglichen. Parkplätze sind rar und mögliche Stellen offenbar absichtlich mit einem Schneewall abgesperrt – Rodler sollen gefälligst mit der Bahn hinauffahren und Devisen bringen. Aber nicht mit Walter. Mit seinem Allrad-BMW durchschießt er ohne Zögern die lächerliche Schneewand und öffnet vor den Augen der verdutzten Pinzgauer damit die Parkfläche für Christine. Wäre doch gelacht, wo sind wir denn.

Gemütlich gehen wir zu einer neuen Jägerhütte beim Wetterkreuz und rasten dort. Über traumhafte Pulverhänge nähern wir uns den Gipfelregionen. Einige entscheiden sich für den Gipfelgrat, einige fahren über die tollen Osthänge jubelnd ab. Am Gipfel weht ein kalter Wind, sodaß wir bald wieder abhauen. Dazu muß der Grat herhalten, denn der Norden ist steinig und der Südhang ein riesiger, klassischer, eingewehter Lawinenhang. Nach einigen schönen Pulverschwüngen im unteren Teil finden wir uns bei der Bergstation des Schigebietes und fahren bei den diffusen Sichtverhältnissen die Piste hinunter, an einigen Abschnitten im schönen Pulver daneben. Wir kommen an der „Schweini’s Bar“ vorbei, wo uns heiße Rhythmen („Fang mich mit dem Lasso ein“ oder so ähnlich) zum kurzen Verweilen und Tanzen („shaken“ nennt man das auf Neuhochdeutsch) animieren. Weiter unten und am Ende der Piste gibt es weitere ähnliche Apre Ski Möglichkeiten.

Der Abend ist rasch erzählt: Essen reichlich und sehr gut, perfekte Tourenplanung mit Diz, entspannende Musik mit Walter. Watten gestaltet sich heute kürzer, weil Rudl und Walter nach 2 weiteren erhaltenen Bummerln weitere Runden strikt verweigern.

 

Das Wetter am Freitag sollte besser werden, es hängt eine Hochnebelschicht über dem Tal. Mit dem Laubkogel 2317 m haben wir uns eine interessante Tour vorgenommen. Glücklicherweise ist die direkte Route über den Sommersteig bestens zu begehen, sodaß wir rasch an Höhe gewinnen. Der tiefe Pulverschnee ab der Almregion erweist sich als ein gewisser Widerstand beim Spuren, verheißt aber Großartiges für die Abfahrt. Wir finden wie gewohnt einen idealen Anstieg und rasten in einem Stadel. Nur Werner möchte aus thermischen Gründen weiter, wird aber von Walter zurückgepfiffen bzw. dreht zur Vorsicht selbst um, als er sich heiklem Gelände nähert. Im Stadel wird es gemütlich, und wir erzählen uns einige Gstanzln und kurze Balladen, u.a. den Höttinger Surtaucher und des Sängers Fluch. Stefanie kennt das Lassolied (s.o.), sodaß wir zum Aufwärmen ein bißchen shaken können.

Auf einer etwas tiefer liegenden Querung als Werner zuvor finden wir den idealen weiteren Anstieg, bis wir die Nebelschicht erreichen. Die steileren Hänge und die Lage des Gipfels sind aber zwischendurch immer wieder eruierbar, und wir sind technisch bestens ausgerüstet, sodaß wir das Joch erreichen, ohne uns in Gefahr zu begeben. Einige sind von der langen Tour bereits etwas müde – die Strapazen sollten in Kürze aber reichlichst belohnt werden ! Ich spure den Gipfelgrat hinauf und bemerke, daß es zunehmend heller wird. Kurz vor dem Gipfel finde ich mich im Sonnenschein, blicke mich um und sehe ein Wolkenmeer mit gerader Linie und die Gegend der Hohen Tauern und der Reichenspitze im herrlichsten Sonnenschein herausragen – ein unglaubliches Bild ! Walter hat in der Früh darüber sinniert, was wohl das Glücklichsein ausmacht. In solchen Augenblicken wird das klar. Sofort schreie ich hinunter, daß jeder unbedingt hinaufkommen muß. Ob sie es gehört oder geahnt haben, weiß ich nicht, jedenfalls kommen alle brav der Reihe nach zum Gipfel und dürfen die Aussicht erleben und genießen. Wer’s nicht glaubt, möge sich die Fotos anschauen, z.B. auf der Homepage. Die Sonne wärmt uns, sodaß wir am Gipfel verweilen und staunend zu Venediger, Großglockner, Wiesbachhorn, Reichenspitze, Dreiherrnspitze, Rötspitze usw. blicken. Erst als der Nebel hochsteigt, verlassen wir die Szene und schwingen uns über Hunderte von Metern im weichen, tiefen Pulver hinunter bis zum Forstweg. Erwähnenswert ist der Salto von Babsi, der sie wie ein Käfer am Rücken im Schnee zappeln läßt, ehe wir ihr auf die Beine helfen. 

Wir kommen rechtzeitig hinunter, sodaß noch fast 3 Stunden bleiben für einen Saunagang im Kristallbad von Wald. Cilly sorgt für heiße Aufgüsse, und alle kommen richtig ins Schwitzen. Bis auf eine dümmliche Anmache eines Gastes an eine unserer Damen („Wir könnten jetzt Ehepaar spielen“ oder so ähnlich) verläuft der Saunabesuch sehr entspannend. Es stehen sogar Wasserbetten zum Liegen zur Verfügung.

Das Abendessen verdient eine ausführlichere Beschreibung: Kasknödelsuppe, Bohnensalat, Hühnerschnitzel mit Nudeln, Mozarella und Tomaten oder Kartoffel mit Spiegelei, dann noch der obligate Kaiserschmarren – worauf ein Nußschnaps nötig ist. Alles hervorragend gekocht und zubereitet. Nur Rudl verzichtet heute auf die Hauptspeise, verhungert aber nicht, weil er mit Walter im Rahmen der anschließenden beiden Wattrunden sein Konto um 2 weitere Knödel aufbessert.

 

Samstag ist der Abreisetag. Besonders gelobt wird die Wirtin Manuela und ihr Sohn Mario, der so gut gekocht hat. Wie sie uns mitteilt, hat ein Dorfkaiser behauptet, die Küche sei im Marienhof nicht gut. Wir konnten uns vom Gegenteil überzeugen, vergeben der Küche ein „hervorragend“, der Gastfreundschaft ebenfalls und werden dies dem Tourismusverband kundtun. Um keine Probleme am Gerlospaß zu haben, lassen wir Kopien der Gästekarte von der Wirtin unterschreiben und stempeln. Das funktioniert tatsächlich, eine andere Dame im Mauthäusl läßt uns anstandslos durch (oder gibt es auch unkomplizierte Damen ?). Bei herrlichem Wetter und über eine gemütliche Route, zunächst im Schatten wie in einem Eiskasten, oben im Sonnenschein steigen wir noch auf den Schönbichl 2049 m bei Gerlos. Der Gipfelhang ist dermaßen super von der Pulverschneequalität und von der Hangneigung, daß ich ihn zweimal mache. Als ich dann oben ankomme und die anderen mich fragen, wie es war, kann ich nur antworten, „Walter hat diskutiert, was Glücksgefühl ist. Fahrt’s den Hang oi, dann wißt’s es !“ Die Aussicht ist grandios, der Rastplatz in einer windstillen, mit Sonnenschein erfüllten Mulde superfein. Nach einem ausgiebigen Sonnenbad und einigen Minuten, die wir benötigen, um aus der pulvrigen Mulde wieder herauszuwühlen, verspuren wir die bärigsten Pulverhänge. Dabei wird allen klar, was ein Glücksgefühl ist. Sogar bis zur Hauptstraße hinunter finden wir noch einen Hang zum Hinunterwedeln. Zur Schlußeinkehr treffen wir uns wieder in der „Kühlen Rast“. Am späteren Nachmittag hat sich der Stau aus dem Zillertal aufgelöst – am Vormittag verteilte der Tourismusverband Schokolade an die im Stau Steckenden – und wir kommen stressfrei nach Hause. Eine Schitour bei Schönwetter über unverspurte Pulverhänge ist eben mehr wert als einige Stunden im Verkehrsstau. Das Lager wird allen in sehr angenehmer Erinnerung bleiben.

 

Bis zu den nächsten Touren  

 

Markus